Russland bestreitet Verletzung des estnischen Luftraums durch seine Kampfflugzeuge

Russische Kampfflugzeuge haben am Freitag den estnischen Luftraum nicht verletzt und sind über neutralen Gewässern der Ostsee geflogen.

Illustrationsfoto: Schwedische Streitkräfte/Handout via REUTERS

Illustrationsfoto: Schwedische Streitkräfte/Handout via REUTERS

So reagierte das russische Verteidigungsministerium am Samstagmorgen auf den Vorfall der Verletzung des Luftraums eines NATO-Mitglieds.

Die Kampfflugzeuge flogen angeblich aus dem Nordwesten Russlands in die russische Exklave Kaliningrad. „Der Flug erfolgte in strikter Übereinstimmung mit den internationalen Regeln für den Luftraum, ohne die Grenzen anderer Staaten zu verletzen, was durch unabhängige Kontrollen bestätigt wurde“, erklärte das russische Verteidigungsministerium in einem Beitrag auf Telegram.

Die estnische Regierung teilte am Freitag mit, dass drei russische MiG-31-Kampfflugzeuge ohne Genehmigung in den Luftraum des Landes eingedrungen seien und sich 12 Minuten lang über dessen Hoheitsgebiet aufgehalten hätten. Die dortige Armee bestätigte, dass die Militärflugzeuge am Morgen in den Luftraum um die Insel Vaindloo, etwa hundert Kilometer von Tallinn entfernt, eingedrungen seien. Die Maschinen hatten angeblich keine Flugpläne eingereicht, ihre Transponder waren nicht eingeschaltet und sie kommunizierten nicht mit der Flugsicherung.

Der lokale Außenminister Margus Tsahkna bezeichnete den Vorfall als „beispiellos dreist” und wies darauf hin, dass es sich bereits um die vierte Verletzung des estnischen Luftraums durch Russland in diesem Jahr handelt.

In einer Erklärung des russischen Ministeriums heißt es, dass die Route, die die Kampfflugzeuge aus dem nordwestlichen russischen Gebiet Karelsko zurückgelegt hätten, „über neutrale Gewässer der Ostsee in einer Entfernung von mehr als drei Kilometern von der Insel Vaindloo“ verlaufen sei, die vor der estnischen Küste liegt.

„Während des Fluges sind die russischen Flugzeuge nicht von der vereinbarten Flugroute abgewichen und haben den estnischen Luftraum nicht verletzt“, argumentiert das Ministerium.

Estland hat beschlossen, gemäß Artikel 4 des Nordatlantikvertrags (NATO) Konsultationen zu beantragen, da russische Kampfflugzeuge seinen Luftraum verletzt haben, schrieb Premierminister Kristen Michal am Freitag im sozialen Netzwerk X.

NATO-Sprecherin Allison Hart sagte, dass der Nordatlantikrat Anfang nächster Woche zusammentreten werde, um diesen Vorfall eingehender zu erörtern.

(reuters, luc)