Trump sprach bei Kirks Abschied von Märtyrertum, Witwe vergab dem Mörder

US-Präsident Donald Trump bezeichnete Kirk als „Märtyrer“ und „Riesen seiner Generation“. Getötet habe ihn, so Trump, ein radikalisiertes und kaltblütiges „Monster“, weil er die Wahrheit gesagt habe.

Donald Trump und Erika Kirk. Foto: Daniel Cole/Reuters

Donald Trump und Erika Kirk. Foto: Daniel Cole/Reuters

Die Veranstaltung wurde von Kirks Organisation Turning Point USA organisiert und zog Zehntausende Trauernde in das State Farm Stadium in Glendale. Die meisten trugen rot-weiße-blau Kleidung, und das Stadion mit einer Kapazität von 63.000 Plätzen war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Trumps scharfe Worte standen im Kontrast zu den Reden anderer, die Kirk als inspirierenden Christen und Anführer der konservativen Jugendbewegung beschrieben.

Seine Ehefrau Erika, die die Leitung von Turning Point USA übernommen hat, hielt eine emotionale Rede, blickte zum Himmel und sagte: „Ich liebe dich.“ Sie betonte, dass ihr Mann „jeden Tag voll ausgekostet“ habe, und bot sogar dem 22-jährigen Mann, der des Mordes angeklagt ist, Vergebung an – unter Berufung auf Jesu Beispiel in der Bibel.

„Charlie wollte junge Männer retten – auch solche wie den, der ihm das Leben nahm“, sagte sie mit Tränen in den Augen.

Politische Botschaften und scharfe Warnungen

Mehrere konservative Politiker stellten Kirks Tod als entscheidenden Moment für die Bewegung dar. Der ehemalige Berater des Weißen Hauses, Stephen Miller, erklärte: „Ihr habt keine Ahnung, welchen Drachen ihr geweckt habt. Wir werden entschlossener sein, die Zivilisation, den Westen und die Republik zu retten.“

Zu den Rednern gehörten auch Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth. Vance schrieb Kirk das Verdienst zu, junge Wähler mobilisiert zu haben, was seiner Meinung nach zu Trumps Wahlsieg beigetragen habe.

Trumps Rede war jedoch die schärfste – er griff wiederholt die „radikale Linke“ an. Gleichzeitig räumte er ein, dass er sich von Kirk in der Haltung zu politischen Gegnern unterschieden habe: „Er konnte sie nicht hassen. Ich hasse sie.“

Nach seiner Rede holte Trump Erika Kirk auf die Bühne, die ihn umarmte, während im Stadion „America the Beautiful“ gespielt wurde.

Tod und wachsende Sorgen

Charlie Kirk, der 31-jährige Gründer von Turning Point USA, wurde während einer Diskussion an einer Universität in Utah erschossen, als er eine Frage aus dem Publikum beantwortete. Das Motiv ist noch unklar, Ermittler prüfen Textnachrichten des Verdächtigen sowie Inschriften auf Patronenhülsen.

Während Kirks Anhänger ihn als Verteidiger konservativer Werte und der Redefreiheit bezeichnen, werfen ihm Bürgerrechtsorganisationen rassistische, einwanderungsfeindliche, transphobe und sexistische Äußerungen vor.

Sein Mord hat jedoch erneut eine Debatte über die Zunahme politischer Gewalt in den USA und die wachsende Polarisierung der Gesellschaft ausgelöst. Kritiker warnen, dass Trump diese Tragödie nutzt, um weitere Angriffe auf seine politischen Gegner zu rechtfertigen.

Die ehemalige Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard erinnerte in ihrer Rede daran, dass politische Fanatiker oft zur Gewalt greifen: „Sie töten und terrorisieren ihre Gegner, in der Hoffnung, sie zum Schweigen zu bringen. Doch indem sie versuchten, Charlie zum Schweigen zu bringen, ist seine Stimme nun lauter denn je.“

(reuters, max)