China und Deutschland wollen ihre Beziehungen stärken

Der erste Besuch eines Mitglieds der neuen deutschen Regierung in Peking eröffnete Raum für Gespräche über fairen Wettbewerb und stabile Lieferketten. Beide Volkswirtschaften betonten die Notwendigkeit, die Spannungen abzubauen.

Lars Klingbeil und He Lifeng. Foto: Maxim Shemetov/Reuters

Lars Klingbeil und He Lifeng. Foto: Maxim Shemetov/Reuters

Chinas Vizepremier He Lifeng und der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil vereinbarten am Montag, dass beide Länder ihre Handelsbeziehungen vertiefen und die monatelangen Spannungen zwischen der zweit- und drittgrößten Volkswirtschaft der Welt beenden sollten. Das Treffen fand in Peking statt und war die erste Reise eines Ministers aus der Regierung von Kanzler Friedrich Merz nach China.

Die Beziehungen der beiden Industrienationen wurden vor allem durch chinesische Exportbeschränkungen für Chips und seltene Erden belastet, die deutsche Unternehmen unter Druck setzen. Klingbeil sprach beim Finanzdialog Deutschland–China auch die chinesischen Überkapazitäten in der Stahl-, Solar- und Elektromobilitätsbranche an, die aus Sicht Berlins fairen Wettbewerb und Industriearbeitsplätze gefährden.

Beide Staaten waren sich einig, dass der Abbau solcher Überkapazitäten und die Schaffung stabiler Wettbewerbsbedingungen eine gemeinsame Aufgabe sind. Zudem sprachen sie über europäische Bedenken hinsichtlich chinesischer Exportbeschränkungen für kritische Rohstoffe. Klingbeil betonte, dass gemeinsame Lösungen notwendig sind, um zuverlässige Lieferketten zu gewährleisten.

Peking erklärte, es wolle ein faires und nichtdiskriminierendes Geschäftsumfeld fördern, und rief zu „praktischen Schritten“ auf, die globale Lieferketten nicht gefährden. Der deutsche Minister würdigte zudem Chinas wirtschaftlichen Aufstieg als Beleg dafür, dass Offenheit und Handel Wohlstand schaffen.

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind für beide Seiten entscheidend, besonders in einer Zeit, in der US-Zölle die globalen Märkte belasten. Chinesische Unternehmen sind heute starke Konkurrenten deutscher Firmen, und Berlin besteht auf fairen Bedingungen und gegenseitigem Marktzugang – auch für Finanzmärkte.

Klingbeils Reise folgt auf eine abgesagte China-Reise des deutschen Außenministers Johann Wadephul, nachdem Peking fast alle geplanten Treffen abgelehnt hatte. Nach Ansicht von Analysten ist die reibungslose Durchführung der aktuellen Reise ein positives Signal.

(reuters, lud)