Seine Werke sind weltweit bekannt, sein Name auch: Arnulf Rainer. Der auch als „Übermaler des Jahrhunderts“ bekannt gewordene Künstler war einer der bedeutendsten Vertreter der heimischen Nachkriegskunst und faszinierte mit seinem umfangreichen Werken, die von der markanten Übermalung bis zur Fotografie reichten.
Arnulf Rainer wurde am 8. Dezember 1929 in Baden bei Wien geboren. Dort befindet sich seit 2009 auch das eigens ihm gewidmete Museum, in dem seit Mitte Oktober die Ausstellung „Arnulf Rainer & Art Brut“ zu sehen ist. Von 1940 bis 1944 besuchte er die Nationalpolitische Erziehungsanstalt in Traiskirchen und danach die Staatsgewerbeschule in Villach, wo er 1949 maturierte. In Folge wurde er sowohl an der Hochschule für angewandte Kunst als auch für bildende Kunst aufgenommen, die er aber beide schon nach wenigen Tagen wegen Kontroversen mit seinen Lehrern verließ. Gemeinsam mit Ernst Fuchs, Anton Lehmden, Arik Brauer, Wolfgang Hollegha und Josef Mikl gründete er 1950 die "Hundsgruppe" und begegnete 1953 dem Priester Otto Mauer. In dessen "Galerie nächst St. Stephan" war Rainer schließlich bald mit seinen ersten Einzelpräsentationen sowie mit Hollegha, Markus Prachensky und Mikl als Malergruppe "Galerie St. Stephan" zu Hause.
Große Trauer weit über die Kunstwelt hinaus
„Arnulf Rainer, eine Ikone, ist von uns gegangen“, würdigte Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Jahrhundertmaler. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) verwiesen in Postings auf das „kompromisslose“ und „eigenwillige“ Oeuvre, das sich unübersehbar in die Kunstgeschichte eingeschrieben hat.
Und auch Albertina-Generaldirektor Ralph Gleis würdigte Arnulf Rainer als einen der bedeutendsten österreichischen Künstler unserer Zeit. „Dieser großartige Maler hinterlässt nicht nur ein reiches Oeuvre, sondern entfaltete mit seinem umfangreichen Schaffen nachhaltigen Einfluss auf die zeitgenössische Kunstszene. Seine experimentellen und expressiven Werke haben die Grenzen der Kunst erweitert und neue Perspektiven eröffnet. Rainer war bekannt für seine Fähigkeit, Emotionen und Intensität durch abstrakte Formen und expressive Gesten auszudrücken. Rainers künstlerische Vision und sein Streben nach Innovation haben Generationen von Künstler:innen inspiriert und geprägt. Sein unermüdlicher Einsatz für die Kunst wird in der Erinnerung derer weiterleben, die von seiner kreativen Kraft berührt wurden.“
Für Klaus Albrecht Schröder, Geschäftsführer des Wiener Aktionismus-Museums, ist es auch ein großer persönlicher Verlust - die beiden waren mehr als 40 Jahre befreundet. „So kompromisslos und intransigent er in seiner Kunst und seinem Denken war, so warmherzig, großzügig und zugewandt war er als Mensch. Sein Werk war und ist für Generationen von Künstlern und Künstlerinnen Maßstab – weit über die Grenzen Österreichs hinaus: Arnulf Rainer prägt bis heute unser Verständnis für Radikalität und existenzielle Tiefe in der Kunst nach 1945.“
