Die USA haben Hafenanlage in Venezuela angegriffen

Die USA haben offenbar zum ersten Mal seit Beginn der Auseinandersetzung mit der Regierung von Nicolás Maduro eine direkte Operation auf dem Gebiet von Venezuela durchgeführt. Trump spricht von einer Razzia in einem Drogenhafen,

Donald Trump. Foto: Evelyn Hockstein/Reuters

Donald Trump. Foto: Evelyn Hockstein/Reuters

US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, die Vereinigten Staaten hätten ein Hafengebiet in Venezuela angegriffen. "Es gab eine große Explosion in dem Hafengebiet, in dem die Schiffe mit Drogen beladen werden", so Trump vor Reportern. Er fügte hinzu, dass die USA nicht nur die Schiffe, sondern auch das Gebiet selbst getroffen hätten, in dem die Drogen "umgesetzt" würden.

Es ist noch nicht klar, welches Ziel die Raketen genau getroffen haben und welche Abteilung der US-Regierung die Operation durchgeführt hat. Auf die Frage, ob die Central Intelligence Agency (CIA) hinter dem Angriff steckt, gab Trump eine ausweichende Antwort. "Ich weiß genau, wer es war, aber ich möchte nicht sagen, wer es war", sagte er.

Laut CNN hat die CIA jedoch Anfang Dezember einen Drohnenangriff auf eine abgelegene Anlegestelle an der venezolanischen Küste durchgeführt. Die US-Behörden gingen davon aus, dass die Anlage von der Tren de Aragua-Bande genutzt wurde, um Drogen zu lagern und sie zum Weitertransport auf Schiffe umzuladen. CNN-Quellen zufolge befand sich zum Zeitpunkt des Anschlags niemand in der Anlage, und es gab keine Verletzten.

Zwei CNN-Quellen sagten auch, dass US-Spezialeinheiten die Operation nachrichtendienstlich unterstützt haben. Ein Sprecher des US-Spezialeinsatzkommandos dementierte dies jedoch.

Die CIA, das Weiße Haus und das Pentagon lehnten es ab, die Angelegenheit zu kommentieren.

Die venezolanische Regierung hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert, und aus dem Land liegen keine unabhängigen Berichte vor, die Trumps Ausführungen bestätigen. Sprecher der Chemiefabrik Primazol im Bundesstaat Zulia, die an Heiligabend in Flammen aufging, dementierten Spekulationen, dass es sich um die von Trump erwähnte Anlage handelt. Anwohner berichteten jedoch laut Nachrichtenagentur Reuters von einer Explosion, einem Feuer und dem Geruch von Chlor.

Der Angriff fügt sich in die breitere Strategie der Trump-Regierung ein, die in den vergangenen Monaten den Druck auf Präsident Nicolás Maduro erhöht hat. Die Vereinigten Staaten haben bereits mehr als 30 Schiffe zerstört, die des Drogenschmuggels in der Karibik und im östlichen Pazifik verdächtigt werden, und ihre militärische Präsenz in der Region erheblich verstärkt.

US-Beamte behaupten, es handele sich um eine Drogenbekämpfungskampagne, aber ein Teil der Regierung gibt offen zu, dass mit den Maßnahmen auch ein politisches Ziel verfolgt wird. Trumps Stabschefin Susie Wiles hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, dass die Angriffe darauf abzielen, Maduro zum Einlenken zu zwingen. Der venezolanische Staatschef hat jedoch bisher keine Anzeichen dafür gezeigt, dass er bereit ist, die Macht abzugeben.

(reuters, cnn, pir)