Washington. US-Präsident Donald Trump hat sich zurückhaltend zur Rolle des iranischen Exilprinzen Reza Pahlavi geäußert. In einem Exklusivinterview mit Reuters sagte Trump, Pahlavi wirke „sehr sympathisch“, zugleich sei jedoch unklar, ob er im Iran als Führungsfigur akzeptiert würde. Sollte das der Fall sein, hätte er dagegen nichts einzuwenden. Eine aktive Unterstützung des Exilprinzen stellte Trump jedoch nicht in Aussicht. „Bis zu diesem Punkt sind wir noch nicht wirklich gekommen“, sagte er.
Der 65-jährige Pahlavi lebt seit dem Sturz seines Vaters während der islamischen Revolution 1979 in den USA und hat sich in den jüngsten landesweiten Protesten im Iran zu einer der bekanntesten Stimmen der Exilopposition entwickelt.
Trump sagte, es sei möglich, dass die Regierung in Teheran infolge der Proteste stürze, zugleich könne jedoch „jedes Regime scheitern“. Unabhängig davon, ob es dazu komme oder nicht, werde es eine „interessante Zeit“, fügte er hinzu.
Einige Tage zuvor hatte der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff Gespräche mit Reza Pahlavi geführt. Sowohl der Prinz als auch die amerikanische Seite zeigten sich überrascht, als Demonstranten begannen, Parolen wie „Javid Shah“ (Lang lebe der König) oder „Dies ist der letzte Kampf, Pahlavi wird zurückkehren“ zu skandieren.
Wie die New York Times berichtete, skandierten andere Demonstranten gegenteilige Parolen wie: „Tod dem Diktator, sei es der König oder der Ayatollah.“
Der Sohn des letzten iranischen Schahs hatte zuvor erklärt, er sei bereit, vorübergehend die Führung des Landes zu übernehmen, sollte das theokratische Regime in Teheran gestürzt werden. Gleichzeitig forderte er US-Präsident Donald Trump auf, im Iran einzugreifen und die Demonstranten zu unterstützen.
Die Nachrichtenagentur Reuters wies darauf hin, dass der älteste Sohn von Schah Mohammad Reza Pahlavi seit rund 50 Jahren nicht mehr im Iran lebt und daher nicht vollständig auf eine Regierungsübernahme vorbereitet sei. Das Portal Axios hielt dem entgegen, dass gerade der Kronprinz von Teilen der Demonstranten gefordert werde, er selbst sich jedoch lediglich als „vorübergehende“ Figur verstehe.
Trump will sich nach eigenen Angaben am Donnerstag mit der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado treffen. Zugleich äußerte er sich lobend über die amtierende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, mit der er am Mittwoch Gespräche geführt hatte. Er bezeichnete sie als „sehr gute Verhandlungspartnerin“. Über Machado sagte der US-Präsident lediglich, sie sei eine „sehr nette Frau“.
(reuters, max, sab)