Trump in Davos: Bundesheer sichert Luftraum über Westösterreich

Mit einer 300-köpfigen Delegation landet der US-Präsident am Mittwoch in der Schweiz. Auch Österreichs Luftstreitkräfte unterstützen den Sicherungseinsatz für die Prominenz in Davos, das nur 15 Kilometer von der Landesgrenze entfernt liegt.

Eurofighter über den Alpen. Foto: Bundesheer

Eurofighter über den Alpen. Foto: Bundesheer

Davos/Wien. Der US-Präsident reist am morgigen Mittwoch mit der größten Delegation der Geschichte zum World Economic Forum (WEF) in die Schweiz: Mehr als 300 Personen begleiten Donald Trump, darunter fünf Kabinettsmitglieder wie Außenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Howard Lutnick, dazu Sondergesandte wie Steve Witkoff sowie Schwiegersohn Jared Kushner. Hinzu kommen hochrangige Berater und US-Unternehmer. Die Sicherheitsmaßnahmen sind enorm, auch Österreich beteiligt sich an dem Einsatz.

Trump reist mit der Air Force One nach Zürich, von wo aus er per Helikopter – vermutlich mit der Marine One – nach Davos weiterfliegt. Begleitet wird er dabei meist von zwei weiteren identischen Hubschraubern, um einen möglichen Attentatsversuch zu erschweren.

Luftwaffe, Scharfschützen, Flugabwehrkanonen

Die Schweizer Behörden koordinieren Dutzende US-Militär- und Secret-Service-Flüge, die die Flughäfen Zürich und St. Gallen-Altenrhein in den kommenden Tagen stark belasten. Die gesamte US-Delegation nutzt zahlreiche Charter- und Transportmaschinen.

Operation Daedalus Foto: Bundesheer
Operation Daedalus - Österreichs Luftstreitkräfte fliegen Patrouille. Foto: Bundesheer

Der Besuch löst die massivsten Schutzmaßnahmen in der WEF-Geschichte aus: 5.000 Soldaten und Polizisten sind im Einsatz, ergänzt durch KI-gesteuerte Drohnen, moderne Drohnenabwehrsysteme sowie Flugabwehrkanonen vom Typ Oerlikon und Scharfschützen an strategischen Punkten. Der Luftraum über Davos ist komplett gesperrt, der gesamte Ort steht unter lockdownähnlichen Bedingungen. Der amerikanische Secret Service koordiniert alle Maßnahmen eng mit den Schweizer Behörden. Die Kosten für den Einsatz belaufen sich allein für die Schweiz auf neun Millionen Franken (9,71 Millionen Euro).

Auch Österreichs Luftstreitkräfte unterstützen im Rahmen der Operation Daedalus die Luftraumsicherung für den US-Präsidenten und andere Staatsgäste. Zum diesjährigen Weltwirtschaftsforum werden laut Angaben des Veranstalters mehr als 2.500 Teilnehmer erwartet, darunter rund 60 Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Regierungsmitglieder aus 130 Ländern und hochrangige Vertreter internationaler Organisationen. Aufgrund der Nähe von Davos zur österreichischen Grenze, nur 15 Kilometer entfernt, bat die Schweiz auch heuer wieder um eine Verstärkung der Überwachung im angrenzenden Luftraum.

Flugbeschränkung in Westösterreich

Dazu wurde auf österreichischer Seite ein Flugbeschränkungsgebiet über Teilen Vorarlbergs und Tirols eingerichtet. Rund 1.000 Soldaten und Zivilbedienstete sowie 21 Luftfahrzeuge – darunter elf Flächenflugzeuge und zehn Hubschrauber – stehen bei der „Daedalus 26“ im Einsatz und tragen zur Sicherheit der Veranstaltung bei.

Operation Daedalus Foto: Bundesheer
Operation Daedalus - Bundesheer-Maschinen vom Typ PC7 in Innsbruck. Foto: Bundesheer

Oberstleutnant Mag. Lukas Leitner, Leiter der Pressestelle der Operation Daedalus 26, zu Statement: „Die Einsatzkräfte der österreichischen Luftstreitkräfte führen dabei Patrouillenflüge zur Luftraumüberwachung durch, identifizieren und kontrollieren Luftraumverletzungen, übernehmen Transportaufgaben und verstärken das Lagebild durch den Einsatz moderner Aufklärungs- und Zielzuweisungsradaranlagen sowie Sensoren der bodengebundenen Luftabwehr.“

Ein Kernstück der Operation sind die sogenannten „Cross-Border Operations“: Sie ermöglichen bei verdächtigen zivilen oder militärischen Luftfahrzeugen, die internationale Luftfahrtrichtlinien missachten, eine durchgehende Beobachtung und Begleitung – auch über die Staatsgrenze hinweg.

Durch gegenseitige Einfluggenehmigungen wird eine schnelle und nahtlose Übergabe zwischen den Luftstreitkräften beider Länder gewährleistet.