ÖVP-Klubobmann Wöginger beschimpft FPÖ-Wähler: "Keine Zähne, zerrissene Hosen"

Der ohnehin schon angezählte Klubobmann der ÖVP sorgte heute im Parlament für einen Eklat. In seiner Rede beleidigte August Wöginger die Gäste des Neujahrsempfangs der Opposition. Die FPÖ reagiert mit Empörung.

Kämpft mit schwankenden Umfragewerten: ÖVP-Klubobmann August Wöginger. Foto: Tobias Steinmaurer/APA-Images/APA

Kämpft mit schwankenden Umfragewerten: ÖVP-Klubobmann August Wöginger. Foto: Tobias Steinmaurer/APA-Images/APA

Wien. Die Abgeordneten im Hohen Haus wurden am Mittwochvormittag von einem heftigen Eklat überrascht - der Klubobmann der ÖVP äußerte sich in einem emotionalen Ausbruch despektierlich über jene Freiheitlichen, die beim Festempfang der FPÖ am Wochenende in Kärnten dabei gewesen waren. Wöginger wörtlich: "Jo, de hobn ned amoi Zähne und a zrissene Hose, das sind eure Fahnenschwinger."

Zu Beginn seiner Wortmeldung präsentierte Wöginger zunächst eine mitgebrachte Tafel, mit der er die aktuellen Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung verteidigte. Laut Darstellung der ÖVP würden die geplanten Preisbremsen und Unterstützungsmaßnahmen jedem Bürger rechnerisch Einsparungen von nahezu 1.000 Euro pro Jahr bringen. Während er seine Argumente vortrug, kam es zu lautstarken Zwischenrufen aus den Reihen der Opposition, insbesondere von Abgeordneten der FPÖ.

In der aufgeheizten Atmosphäre verlor Wöginger schließlich die Fassung. In Richtung der Freiheitlichen richtete er eine emotional geführte Tirade, in der er die FPÖ-Anhängerschaft in äußerst abfälliger Weise beschrieb, ihre Anhänger hätten keine Zähne und zerrissene Hosen. Seine Wortwahl sorgte im Plenarsaal für weitere laute Zwischenrufe.

"Jegliches Maß verloren"

Am Ende seiner Rede ruderte der ÖVP-Klubobmann schließlich zurück. Er erklärte, dass er seine Aussagen über die Personen in den vorderen Reihen bei FPÖ-Veranstaltungen bedauere. Wörtlich sagte er, er nehme diese Formulierungen zurück und entschuldige sich dafür - was verbal allerdings sehr knapp ausfiel.

Für die FPÖ war die Angelegenheit damit jedoch keineswegs erledigt: Scharfe Kritik folgte umgehend von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz. Er warf Wöginger vor, jegliches Maß verloren zu haben, und sprach von einem völlig abgehobenen Auftreten. Die Wortwahl des ÖVP-Politikers zeige, wie groß die Distanz zwischen Regierungsvertretern und der Lebensrealität vieler Menschen mittlerweile sei.

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