Stärkste Armeen der Welt: Deutschland und Österreich verlieren deutlich an Rang

Die neuesten Daten des Analyseportals Global Firepower zeigen: Die deutsche Bundeswehr rutschte innerhalb von elf Jahren von Platz 8 auf 12 ab, Österreichs Bundesheer von Rang 35 auf 67. Zuletzt ging es jedoch langsam wieder aufwärts.

Amerikanische Soldaten – die USA belegen im Ranking weiterhin Platz 1. Foto: Jeon Heon-Kyun/Reuters

Amerikanische Soldaten – die USA belegen im Ranking weiterhin Platz 1. Foto: Jeon Heon-Kyun/Reuters

Wien/Berlin. Deutschlands Kanzler Friedrich Merz und Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner haben versprochen, Bundeswehr und Bundesheer zu den stärksten Armeen aller Zeiten aufzurüsten. Noch sind beide Politiker weit davon entfernt, wie das neue Ranking des Analyseportals Global Firepower zeigt.

Ausbildung, Verteidigungspolitik, Rüstungs- und Truppenkapazitäten, finanzielle Ausstattung, geografische Lage sowie verfügbare Ressourcen und vieles mehr: Auf Basis von 60 Indikatoren veröffentlichte Global Firepower eine Rangliste der stärksten Armeen der Welt für das Jahr 2026 und bewertete das militärische Potenzial von insgesamt 145 Ländern.

Die Rangliste spiegelt nicht nur die Quantität der Streitkräfte wider, sondern auch die wirtschaftlichen und technologischen Möglichkeiten der Staaten, ihre militärische Leistungsfähigkeit zu unterstützen und aufrechtzuerhalten. Sie kombiniert quantitative Daten zur Anzahl der Einheiten und zur Ausrüstung mit weiteren Faktoren, die die Gesamtkampfkraft einer Armee beeinflussen.

In der Bewertung für das Jahr 2026 belegten die Vereinigten Staaten den ersten Platz und bestätigten damit ihre langjährige Dominanz unter den Armeen der Welt. Auf Rang zwei kam Russland, gefolgt von der Volksrepublik China.

Bundeswehr und Bundesheer vor elf Jahren auf besseren Rängen

Doch wie schneiden Deutschland und Österreich aktuell ab? Immerhin wurden bereits deutliche Verbesserungen der Truppe und gewaltige Investitionen in die Aufrüstung von Bundeswehr und Bundesheer versprochen. Deutschland kommt derzeit auf Rang 12. Das ist zwar besser als noch 2025 (Platz 14) und 2020 (Platz 13), aber weiterhin deutlich schlechter als vor zehn Jahren (Rang 9) und auch 2015 (Rang 8).

Global Firepower Grafik Personal Bundesheer
Personalstärke und Mobilisierungspotenzial des Bundesheeres im Global-Firepower-Ranking; (Quelle: Global Firepower)

Österreichs Bundesheer schneidet im Global-Firepower-Ranking aufgrund seiner kleinen Armee und der geringen Investitionen in die Truppe noch deutlich schlechter ab: Von 2015 bis 2026 fiel das Heer von Rang 34 auf 67 zurück. Zwar hat sich die Platzierung seit 2024 (Platz 71) leicht verbessert, doch die Experten von Global Firepower sehen noch keine massive Stärkung des Bundesheeres.

Zum Vergleich: Die ebenso neutrale Schweiz liegt im aktuellen Ranking auf Platz 46 (hinter Dänemark). Und das aufgrund der Bevölkerungsdaten mit Österreich vergleichbare Israel (10,18 Millionen Einwohner) kompensiert seine geringe territoriale Ausdehnung durch technologisch hochentwickelte Streitkräfte und das weltweit modernste Raketenabwehrsystem (Iron Dome). Mit Verteidigungsausgaben von 8,8 Prozent des BIP liegt Israel an zweiter Stelle weltweit, nur übertroffen von der Ukraine.

Deutschland setzt mit einem 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf eine umfassende Modernisierung seiner Streitkräfte. Dazu zählt unter anderem die Beschaffung neuer Leopard-2-Panzer und Eurofighter-Kampfflugzeuge.

Österreichs Verteidigungsministerium bestellte zuletzt zwölf neue Kampf- und Trainingsjets um 1,4 Milliarden Euro. Dazu kommen Drohnenabwehrsysteme. Außerdem will sich Österreich mit einer Investition von rund sechs Milliarden Euro am Raketenschutzschirm Sky Shield beteiligen.

Global Firepower Grafik Luftstreitkräfte
Übersicht zur aktuellen Ausstattung der österreichischen Luftstreitkräfte; (Quelle: Global Firepower)