Hybridautos dominieren EU-Markt - Elektrofahrzeuge ziehen an Benzinern vorbei

Hybridfahrzeuge behalten ihre dominante Stellung in der Europäischen Union, doch der Dezember brachte einen historischen Moment: Zum ersten Mal wurden mehr Elektroautos verkauft als Fahrzeuge mit Benzinmotor.

Neue chinesische Autos, etwa der Marke BYD, stehen für den wachsenden Wettbewerbsdruck auf dem europäischen Automarkt. Foto: Yves Herman/Reuters

Neue chinesische Autos, etwa der Marke BYD, stehen für den wachsenden Wettbewerbsdruck auf dem europäischen Automarkt. Foto: Yves Herman/Reuters

Brüssel. Die Zulassungen von rein elektrischen Autos erreichten im Dezember in der Europäischen Union einen Anteil von 22,6 Prozent und übertrafen damit knapp die Benzinfahrzeuge mit einem Anteil von 22,5 Prozent. Das geht aus Daten des Europäischen Automobilherstellerverbandes (ACEA) hervor, der die Zulassungen als Indikator für den Absatz verwendet.

Den größten Marktanteil halten jedoch weiterhin Hybridfahrzeuge. Benzin-Elektro-Hybridfahrzeuge, einschließlich Plug-in-Hybride, machten bis zu 44 Prozent aller Neuzulassungen in der EU aus.

Laut dem Analysten Matthias Schmidt ist der Rückgang der Verkäufe von reinen Benzinfahrzeugen teilweise auch auf ihre Umstufung zu sogenannten Mild-Hybriden zurückzuführen. Diese verwenden zwar weiterhin einen Verbrennungsmotor, fallen aber formal in die Kategorie der Hybride und reduzieren die Emissionen nur in begrenztem Umfang.

„Es wird noch etwa fünf Jahre dauern, bis reine Elektroautos Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in der gesamten Region tatsächlich überholen. Dennoch ist dies ein wichtiger Anfang“, sagte Schmidt.

Druck durch chinesische Marken

Auf dem breiteren europäischen Markt, der auch Großbritannien und Norwegen umfasst, stiegen die Autoverkäufe im Dezember vergangenen Jahres zum sechsten Mal in Folge im Vergleich zum Vorjahr. Der Kampf um Kunden wird dabei durch chinesische Marken wie BYD, Changan oder Geely verschärft, die den Druck auf traditionelle Hersteller wie Volkswagen und BMW erhöhen.

Gleichzeitig stellte die Europäische Union im Dezember einen Plan vor, der vom faktischen Verbot des Verkaufs von Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035 abrückt. Damit reagierte sie auf den Druck der Autohersteller, die mit wachsender chinesischer Konkurrenz, amerikanischen Zöllen und Problemen bei der Rentabilität der Elektroautoproduktion konfrontiert sind.

Trotz politischer Zugeständnisse gehen Experten davon aus, dass der Anteil von Elektroautos weiter steigen wird. Der Generalsekretär der Organisation E-Mobility Europe, Chris Heron, weist darauf hin, dass europäische Marken bereits erschwinglichere Elektromodelle auf den Markt bringen und mehrere Länder neue Anreize schaffen.

„Wir sehen, dass die Verbraucher diese Veränderungen akzeptieren. Wir sind überzeugt, dass die Verkäufe in Europa im Jahr 2026 weiter steigen werden“, so Heron.

Autoverkäufe steigen, Tesla verliert

Die Gesamtverkäufe von Neuwagen in der EU, Großbritannien und den Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation erhöhten sich im Dezember gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge. Für das gesamte Jahr 2025 stiegen sie um 2,4 Prozent auf 13,3 Millionen Autos, was den höchsten Stand seit fünf Jahren darstellt, obwohl sie immer noch unter dem Niveau vor der Pandemie liegen.

In der EU selbst erhöhten sich die Verkäufe im Dezember um 5,8 Prozent auf fast eine Million Fahrzeuge. Die Zulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen legten im Jahresvergleich um bis zu 51 Prozent zu, Plug-in-Hybride um 36,7 Prozent und Hybride um 5,8 Prozent. Zusammen entfielen damit bis zu 67 Prozent aller Neuzulassungen auf diese Antriebsarten.

Unter den Herstellern waren im Dezember vor allem die Konzerne Volkswagen und Stellantis erfolgreich, deren Zulassungen um 10,2 beziehungsweise 4,5 Prozent stiegen. Im Gegensatz dazu verzeichnete Tesla einen Rückgang von mehr als 20 Prozent, während das chinesische Unternehmen BYD seine Zulassungen um fast 230 Prozent steigern konnte.

Automobilmarkt in der EU; (Quelle: ACEA)

(reuters, mja)