34.714 Euro für Flugtickets: Klima-Minister reiste in der Business-Class zur Klimakonferenz

Zwei Tage in Brasilien, 16.600 Kilometer hin und retour, in Begleitung von zehn Beamten: Wie teuer die kurze Dienstreise von Österreichs Klima-Minister zur Klimakonferenz in Belém war, zeigt nun die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage.

Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP). Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP). Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Belém/Wien. Die kurze Reise des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft zur jüngsten UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém war für Österreichs Steuerzahler nicht wirklich günstig: Die Flugtickets für die elfköpfige Delegation kosteten fast so viel wie ein durchschnittliches österreichisches Netto-Jahresgehalt.

Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ lieferte jetzt die Details zu dem Südamerika-Ausflug von Klima-Minister Norbert Totschnig (ÖVP) und zehn Ministeriumsmitarbeitern Mitte November 2025: Demnach buchte Totschnig für sich und eine Begleitperson sogar Business-Class-Flüge nach Belém, allein die Reisekosten für die ganze Delegation summierten sich so auf 34.714,21 Euro. Insgesamt wurde der Minister von zehn Personen begleitet: Drei Mitarbeiter aus seinem Kabinett sowie sieben Fachbeamte aus der zuständigen Sektion seines Ministeriums waren mit dabei.

Das Ressort bestätigte nun die Zahlen und verwies zugleich darauf, dass man vor Ort sparsam agiert habe: Die gesamte Delegation sei in einem Hotel "ohne offizieller Sterneklassifizierung" untergebracht gewesen. Die endgültigen Gesamtkosten der Reise könnten derzeit noch nicht beziffert werden, da die Abrechnung über die österreichische Botschaft in Brasília erfolge und noch nicht abgeschlossen sei.

27,9 Tonnen CO₂ verursacht

Ein weiterer Punkt, den das Ministerium in seiner Anfrage-Beantwortung hervorhob, betrifft den CO₂-Fußabdruck der Reise: Laut Berechnungen des Flugrechners von Climate Austria verursachten die Flüge einen Ausstoß von 27,9 Tonnen CO₂. Dieser sei jedoch durch Kompensationszahlungen in Höhe von 696,95 Euro ausgeglichen worden. Das Geld fließe in nationale Klimaschutzprojekte, hieß es aus dem Ministerium.

Zum Vergleich: Ein moderner Fernverkehrs-Sattelzug (Diesel) stößt etwa 3 bis 3,5 Tonnen CO₂ auf einer Strecke von 10.000 gefahrenen Kilometern aus - die Minister-Delegation verursachte die neunfache Umweltbelastung bei ihrer Reise zum Klima-Gipfel.

Kritik an dem teuren Südamerika-Ausflug mit gleich zehn Mitarbeitern kommt von den Freiheitlichen. FPÖ-Umweltsprecher Thomas Spalt, der die parlamentarische Anfrage eingebracht hat, sprach von einem „Skandal sondergleichen“ und warf dem Minister Doppelmoral vor. In Zeiten steigender Energiepreise und wachsender Belastungen für Haushalte durch Klimaschutzmaßnahmen sei ein derart kostspieliger Kurztrip schwer vermittelbar. Aus Sicht der FPÖ stehe die Reise sinnbildlich für eine Kluft zwischen politischen Appellen zum Verzicht und dem tatsächlichen Verhalten der Regierungspolitiker. Thomas Spalt: "Fast 35.000 Euro für Flüge! Das ist die typische Doppelmoral dieser Systemparteien: Wasser predigen und selbst den teuersten Wein auf Kosten der Steuerzahler trinken. Von den Bürgern verlangt man Verzicht, während die eigene Polit-Elite um die Welt jetten darf."

Auch weitere österreichische Politiker nahmen an der Klimakonferenz in Brasilien teil. Zwischen 15. und 17. November waren die ÖVP-Abgeordnete Carina Reiter sowie die Grünen-Politiker Lukas Hammer und die durch YouTube-Videos bekannte EU-Abgeordnete Lena Schilling vor Ort.