Chaos im Bahnverkehr: 100 Zugausfälle pro Werktag
Zahlreiche Beschwerden über den Bahnverkehr in Niederösterreich: 100 Zugausfälle pro Werktag sorgen seit Wochen für erhebliche Probleme auf den Regional- und Hauptstrecken. Besonders stark betroffen sind Pendler sowie Schüler, die täglich auf verlässliche Verbindungen angewiesen sind.
Im Traisen- und Gölsental wird ein Schülerzug seit vergangener Woche nur noch mit einem einzelnen Triebwagen statt der üblichen vier Wagen geführt. Ist der Zug überfüllt, müssen Fahrgäste auf Schienenersatzverkehr ausweichen – sofern dieser überhaupt verfügbar ist. Ähnliche Zustände herrschen im Piestingtal, wo beim Schülerzug Richtung Wiener Neustadt regelmäßig eine notwendige Garnitur fehlt.
Auch auf der Nordwestbahn in Richtung Retz und Hollabrunn spitzt sich die Lage zu: Statt der vorgesehenen vier bis sechs Verbindungen verkehren oft nur noch ein oder zwei Züge im Stundenabstand. Auf der Südbahn klagen Pendler Richtung Wiener Neustadt und Payerbach-Reichenau über regelmäßige Ausfälle, Verspätungen und kurzfristige Störungen.
Seit dem Dreikönigstag zeigt sich für viele Fahrgäste täglich dasselbe Bild: gestrichene Verbindungen, überfüllte Züge und fehlende Informationen. Die Situation sorgt zunehmend für Kritik. Der niederösterreichische Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) spricht von einem gravierenden Organisationsproblem bei den ÖBB. Wenn auf Anzeigetafeln mehr Ausfälle als Abfahrten stünden, sei das kein funktionierender Bahnbetrieb mehr. Landbauer: "Pendler brauchen Verlässlichkeit statt Durchhalteparolen."