Ehemaliger CNN-Moderator wegen Verdachts auf Verschwörung festgenommen
Der frühere CNN-Moderator Don Lemon ist wegen des Verdachts auf Verschwörung zur Einschränkung verfassungsmässiger Rechte sowie wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das FACE-Gesetz, das den Zugang zu religiösen Stätten schützt, festgenommen worden.
Lemon hatte eine Demonstration live übertragen, bei der Anfang des Monats ein Gottesdienst in einer Kirche in St. Paul im Bundesstaat Minnesota gestört worden war. Die Teilnehmer richteten ihren Protest gegen Einwanderungsmaßnahmen von Präsident Donald Trump.
Lemons Anwalt Abbe Lowell bezeichnete die Festnahme als beispiellosen Angriff, der gegen die Verfassung verstoße. Lemon selbst erklärte, er sei bei der Demonstration als Journalist vor Ort gewesen und habe nicht gewusst, dass Aktivisten den Gottesdienst stören würden. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie er mit einem Gemeindemitglied über die Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen streitet.
Ein Richter lehnte zunächst die Ausstellung eines Haftbefehls ab mit der Begründung, weder Lemon noch sein Produzent hätten eine Straftat begangen. Das Justizministerium, das sich nach der ersten Festnahme noch nicht zu dem Fall geäußert hatte, verfolgte die Angelegenheit jedoch weiter. Später nahm das FBI Lemon in Los Angeles fest, wo er sich im Zusammenhang mit der Verleihung der Grammy Awards aufhielt.
Der zuständige Chef-Richter des US-Bezirksgerichts in Minnesota, Patrick Schiltz, kritisierte das Vorgehen der Behörden als ungerechtfertigt und erklärte, Lemon sei „überhaupt kein Demonstrant“ gewesen.
(reuters, max)